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10 Jahre Facebook

Facebook-Logo

Facebook ist eines der bekanntesten, wenn nicht das bekannteste soziale Netzwerk unserer Zeit. Bisher sind über 1,1 Milliarden Accounts auf den Servern von Facebook registriert. Facebook ist zu einer dominierenden Plattform geworden. Der Aufstieg ging schnell. Erfinder und Gründer Mark Zuckerberg hatte das soziale Netzwerk erst 2004 online gestellt und seitdem hat es einen rasanten Aufstieg erfahren. 10 Jahre Facebook. 10 Jahre, in denen das Netzwerk rasant wuchs (und noch immer wächst), ein verpatzter Börsengang und abwandernde Jugendliche.

Mark Zuckerberg – 13 Mrd. € Privatvermögen

Facebookmitarbeiter / Bildquelle: Facebook

Facebookmitarbeiter / Bildquelle: Facebook

Als Mark Zuckerberg 2004 noch Student an der Harvard Universität war und Facebook online stellte, war ihm bereits klar, dass das soziale Netz eine gewisse Relevanz bekommen würde. Dass gerade einmal 10 Jahre später über 1,1 Milliarden Profile existieren würden und er selber geschätzte 17,5 Milliarden US-Dollar (ca. 13 Mrd. Euro) Privatvermögen besitzen würde, dürfte sich Zuckerberg im Jahr 2004 allerdings nicht vorgestellt haben.

Dabei ist bei Facebook nicht alles Gold, was glänzt. Das soziale Netzwerk hat neben Twitter noch Google+ als großen Konkurrenten. Gerade Googles eigenes Netzwerk gewinnt zunehmend an Beliebtheit und kann mit vielen Features auftrumpfen, die bei Facebook nicht vorhanden sind bzw. nur sehr langsam integriert werden. Google+ konnte auch erfolgreich die Technik-Eliten, Nerds und Geeks anziehen.

Jugendliche kehren Facebook den Rücken

Facebook selbst krankt aber auch an vielen Stellen. Experten sehen das Netzwerk bereits in Gefahr. Als Grund hierfür wird angeführt, dass der Coolnessfaktor bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Trendsetter nicht mehr gegeben ist. Diese wichtige Zielgruppe wandert zu anderen Netzwerken ab. Dadurch könnte Facebook langfristig ein massives Problem bekommen. Nämlich dann, wenn die Abwanderung von Teens, Twens und Hipstern weiter zunehmen sollte und diese dem sozialen Netzwerk dauerhaft der Rücken kehren.

Facebook Serverraks im Prineville Data Center

Facebook Server im Prineville Data Center / Bildquelle: Facebook

Die, die abwandern, sind aus Facebooks Sicht leider auch die, die mit dem Netz aufgewachsen sind. Sie kennen sich aus, bewegen sich souverän durchs Netz und können unmittelbar zu Alternativen ausweichen. Facebook hat bei diesen Schichten keine Allmacht. Die gerne nach außen kommunizierte Meinung von Facebook, das einzig wahre soziale Netzwerk zu sein, glaubt niemand der so genannten „digital natives“. Sie wissen, wie der Hase im Netz läuft und drehen jedem den Rücken zu, der nicht mehr cool und exklusiv ist, oder spezielle und einzigartige Features bietet.

Snapchat mit Zuwächsen

Bereits jetzt ist klar, dass in den USA die abwandernde Zielgruppe sich andere Plattformen suchen und auch schon gefunden haben. Gründe dafür gibt es genügend. So stört es viele junge Internet-Nutzer, dass sich auf Facebook nicht nur die eigene Familie, sondern auch Lehrer eingefunden haben. Der Lack von Facebook ist bei den Teens ab. Niemand will zusammen mit Eltern, Onkeln, Tanten und den Lehrern auf einer Plattform „abhängen“ und so unter der digitalen Kontrolle stehen.

Snapchat scheint das neue Zuhause all jener US-Kids zu sein, die schnelle Kommunikation, sowie eine gewisse Exklusivität bevorzugen. Facebook hat mit zahlreichen Maßnahmen in den letzten Monaten dafür gesorgt, dass direkte und unmittelbare Kommunikation nicht mehr im gewohnten Umfang gegeben ist. Diese selbst gemachte Lücke wird von Snapchat derzeit aber bestens bedient. Facebook hatte bereits Interesse bekundet an dem Dienst, ihn aber durch eine Absage der Snapchat-Entwickler nicht einkaufen können. „Nicht alles ist käuflich“ spottete es daraufhin im Netz. Da ging es beim Kauf von Instagram deutlich einfacher und schneller zu. Die Führungsriege um Mark Zuckerberg musste bei dem geplatzten Snapchat Deal erkennen, dass nicht alle auf einer Linie mit Facebook sind.

Facebook selbst reagiert bisher kaum, um die junge Zielgruppe zu halten bzw. den Abwärtstrend entgegen zu wirken. Besondere Eile ist noch nicht geboten. Das größte soziale Netzwerk kann sich noch auf seinen 1,1 Milliarden registrierten Nutzer ausruhen.

Infografik über Facebook (2013) Quelle: Allfacebook

Infografik über Facebook (2013) Quelle: Allfacebook

Causa finita?

Facebook kann durchaus die Situation aussitzen und einfach versuchen abzuwarten, bis auch Snapchat das gleiche Schicksal ereilt wie zahlreiche andere Diensten und Start-Ups. Das blaue Netzwerk kann gut weg kommen, wenn es einfach abwartet. Die Rekrutierung der Jugend hat bisher gut funktioniert und die Grundregeln des Marketings, Kunden so früh wie möglich an eine Marke zu binden befolgt. Demnach werden die Abtrünnigen irgendwann wieder zurückkommen. Vermutlich kann sich der aktuelle Abwanderungstrend auch wieder umkehren. Facebook sollte dennoch nicht alleine darauf vertrauen, dass sich seine ehemaligen jungen Kunden wieder voller Begeisterung auf Facebook tummeln werden, wenn Snapchat & Co. Out sind. Auch ehemalige Giganten sind schon tief gefallen. Bestes Beispiel dafür ist Nokia, die sich nur langsam vom tiefen Fall erholen und kurz vor dem Aus standen. Ohne die Übernahme von Microsoft hätte es Nokia vermutlich 2013 nicht mehr gegeben.

Mobil gibt es Ärger

Auch bei der mobilen Anwendung (App) verstimmt Facebook seine Nutzer. Während man in der Firmenzentrale in Menlo Park (Kalifornien, USA) darauf setzt, dass die Mehrzahl der mobilen Nutzer die erst kürzlich geänderten Zugriffsrechte einfach so absegnet, sind zunehmend mehr Nutzer verärgert. Facebook verlangt einen nahezu umfassenden Vollzugriff auf das Smartphone bzw. Tablets (Android-OS).

Gerade technisch versierte Benutzer sind verstimmt und wollen Facebook nicht die Zugriffsrechte auf das eigene Endgerät gewährleisten. Auch hier sind zunehmend Ankündigungen im Netz nachzulesen, dass diese Gruppe entweder Facebook nur noch über den Browser im Smartphone nutzt, oder gar ganz auf die Nutzung des sozialen Netzwerkes mobil verweigert.

Soziale Revolution und Kommunikationserweiterung

Facebook kann als wichtiges Kommunikationstool dienen, wenn Massenproteste geplant und durchgeführt werden und eine schnelle Kommunikation bzw. Koordination notwendig ist. Allerdings sind einige denkwürdige Proteste über andere Kanäle gelaufen. Als 2013 in Istanbul massive Proteste gegen die Überbauung des Gezi-Parks stattfanden und das gesamte Land mitriss, wurde die Hauptkommunikation bereits früh aus Facebook abgezogen und verlagerte sich auf Twitter. Über den Kurznachrichtendienst koordinierten sich die protestierenden Gruppen, sowie Journalisten und Interessierte weltweit schnell und unkompliziert. Facebook war dabei nur ein kleiner Nebenschauplatz, um auch nicht-Twitter-Nutzern einen gewissen Dialog zu ermöglichen.

Facebook Server Raks im Prineville Data Center

Facebook Server im Prineville Data Center / Bildquelle: Facebook

Das größte soziale Netzwerk ermöglicht aber Millionen Menschen mit anderen umgehend in Kontakt zu treten und am Leben anderer teilzuhaben. Wer eine weit verstreute Familie oder Freundeskreis besitzt, weiß solche Netzwerke schnell zu schätzen, um nicht ins soziale Aus zu geraten. Trotz teilweise tausender Kilometer Entfernung kann man am Leben anderer teilhaben.

Die nächsten 10 Jahre?

Eine Dekade in die Zukunft zu blicken ist allgemein bereits recht schwierig. Zeit ist – so Einsteins Erkenntnis – relativ und die Uhren drehen sich online ein Vielfaches schneller. Daher ist aktuell nicht zu sagen, ob Facebook in 10 Jahren überhaupt noch öffentlich verfügbar sein wird und welche Rolle das soziale Netzwerk in den kommenden Jahren noch spielen wird. Am Fall Nokia wird sehr schnell deutlich, wie tief der einstiger Gigant der Mobilfunkbranche fallen kann und der freigewordene Thron durch einen neuen Spieler (Samsung) besetzt wurde.

Sicher ist, dass Facebook nicht in akuter Gefahr ist. Auch wenn eine nicht geringe Zahl an Nutzern der Plattform den Rücken kehrt, kann das noch durch die vielen Neuanmeldungen ausgeglichen und aufgefangen werden. Allerdings könnte die Gefahr darin bestehen, dass Facebook gar nicht oder zu langsam reagiert und an Relevanz verlieren könnte. Ausruhen auf den bisher erreichten Erfolgen wäre eine fatale Maßnahme, die sich selbst Facebook nicht erlauben darf. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie sich das Netzwerk entwickeln wird und durch welche Maßnahmen die eigene Position zumindest gehalten werden kann und für wen entwickelt wird. Optimierungen, die allein den Anteilseignern gewidmet sind und nicht die Nutzer im Vordergrund sehen.



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