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Bei mehr als neun wird’s emotional

zehn Neunen auf rotem Hintergrund

Wer sich ein bisschen mit der Struktur von Websites auskennt, weiß, dass eine Navigation optimalerweise nicht mehr als 7 – 9 Elemente enthält. Diese Regel basiert auf der einfachen Tatsache, dass ein durchschnittliches Gehirn, je nach Person, nicht mehr als sieben bis neun Elemente gleichzeitig erfassen kann. Um zu vermeiden, dass sich der Onlineuser überfordert fühlt und die Website verlässt, wird folgerichtig die Navigation entsprechend gestaltet. Doch wie bei alle natürlichen Phänomenen, gibt es auch bei diesem zwei Seiten der Medaille.

Mit dieser Eigenheit unserer Aufnahmefähigkeit lässt sich nicht nur Negatives verbinden. Beispielsweise geht man davon aus, dass Agatha Christie sich den Effekt der begrenzten Aufnahmefähigkeit unbewusst zunutze gemacht hat. Die Kriminalautorin hat ihre unzähligen Romane, Short Stories und Erzählungen alle auf ähnliche Weise strukturiert. Doch trotz des stetig gleichen Aufbaus der Kriminalgeschichten, waren und sind die Menschen unglaublich fasziniert und haben ihre Bücher millionenfach gekauft. Sie hat einen Trick verwand. Genau entgegengesetzt zu den Webdesignern hat sie immer zumindest zehn Personen, die alle zum Kreis der Verdächtigen zählten eingeführt oder zehn Handlungsstränge ineinander fließen lassen. Der Leser hat dadurch den Überblick verloren. Anstelle das Buch langweilig oder überfordernd zu finden, fangen wir an, die Geschichten emotional aufzunehmen und nicht mehr vorrangig rational.

Die Kriminalgeschichte fordert uns auf, unseren Favoriten unter den Täterkandidaten auszumachen. Weil wir aber nicht mehr sachlich, sondern emotional zu Werke gehen, kann es passieren, dass unsere Lieblingsfigur der Täter war und unser Favorit unter den potenziellen Mördern ein friedfertiger Rosenzüchter ist. Nach und nach werden die Verdächtigen unter die Lupe genommen, der Kreis der Verdächtigen wird kleiner und kleiner und wir stetig aufgeregter und gespannter. Im erlösenden Moment der Auflösung setzt bei uns ein Effekt ein, wie bei einer Droge. Die plötzliche Entspannung der Situation und die Belohnung, dass wir nun endlich wissen, wer der Mörder war, setzt bei uns Endorphine frei und wir fühlen uns wie berauscht und glücklich. Um das Gefühl noch einmal zu erleben, wird das nächste Buch gekauft und wieder setzt dieser Effekt ein.

Was bei Agatha Christie geklappt hat, lässt sich auch auf andere Bereiche des Lebens und vor allem des Marketings übertragen. Wenn wir uns beispielsweise ein Taschenmesser ansehen, dann wird es irgendwann egal, was wir mit den zusätzlichen Funktionen machen können. Wichtig ist nur noch, dass das Messer viel kann. Der eigentliche Mehrwert des Schneidens, Sägens oder Schraubens tritt in den Hintergrund. Wir handeln nicht mehr rational sondern emotional.



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